Unsere Kund*innen

«So vielseitig wie deine Ziele» ist nicht nur ein Spruch den wir in unserer Firmenphilosophie auflisten – wir leben dieses Motto im Umgang mit unseren Kund*innen tatsächlich. Sie alle sind einzigartig, haben unterschiedliche Voraussetzungen und verfolgen unterschiedliche Ziele. Mit diesem Beitrag möchten wir dir einen kurzen (nicht abschliessenden) Überblick über unser Kundensortiment geben:

Gerne möchte ich fitter werden und meine Leistung im Ausdauersport verbessern, doch wie gehe ich dies an? Eine Frage durch welche viele unserer Kundinnen und Kunden den Weg zu uns finden. Eine Leistungsdiagnostik und eine individuelle Trainingsbetreuung wie im Beispiel von B. können hier langfristig zum Ziel führen.

Trotz längeren Ferien im Ausland möchte S. nicht auf ein geordnetes Training verzichten: mit einem Rahmentrainingsplan genoss sie einige Freiheiten und konnte trotzdem an ihrem Formaufbau arbeiten.

Als Vater eines Neugeborenen ist Zeit für das Training aktuell ein kostbares Gut. Ein Rahmentrainingsplan hilft D. in einer ersten Phase die Zeit effektiv zu nutzen. In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung wird die Trainingsbetreuung ihn dann noch enger auf dem Weg zu seiner ersten Langdistanz unterstützen.

Das abwechslungsreiche und vielseitige Kraft- und Fitnesstraining wird von unseren Firmenkunden geschätzt. Seit knapp 10 Jahren trainieren sie mit uns, ohne zweimal genau das gleiche Trainingsprogramm absolviert zu haben.

B.’s Trainingsplan muss aufgrund ihres Jobs sehr flexibel sein. Da sie nicht mehr in der jüngsten Altersklasse startet, ist auch die Erholung elementar. Mit einem cleveren Rahmentrainingsplan ist sie bereits mehrere Jahre erfolgreich unterwegs und freut sich auf die 70.3 WM in Finnland.

Als erfahrener Läufer muss bei C. das Training exakt abgestimmt sein, damit er weitere Fortschritte erzielen kann. Nach einer Leistungsdiagnostik haben wir seine aktuellen Trainingszonen definiert und Bereiche aufgedeckt, an denen er arbeiten kann. Wir sind überzeugt auch bei seiner schnellen Marathonzeit noch ein paar Minuten rauszuholen.

Als Triathloneinsteigerin kam S. zu uns. In der Jugend war sie geschwommen, doch Triathlon war Neuland. Mittlerweile hat sie unzählige Triathlons von der Sprint bis zur Mitteldistanz absolviert. Nächstes Ziel: die erste Langdistanz.

M. ist eine gute Radfahrerin und Läuferin, doch leider ist die Lücke zur Spitze nach dem Schwimmen etwas zu gross, um noch ganz nach vorne zu kommen. Damit dies nächste Saison anders wird, gibt es alle 3-4 Wochen ein Schwimmtraining für M. in welchem wir die Punkte aufdecken, die sie verbessern kann. So verbessern wir Schritt für Schritt ihre Schwimmleistung.

Hast auch du ein persönliches sportliches Ziel, welches du gerne erreichen möchtest? Wir helfen dir dabei, denn gemeinsam ist es vielleicht schon bald zum Greifen nah.

Ironman Hawaii: wie es war

Aloha!

Drei Wochen nach dem Ironman Hawaii teile ich gerne meine Impressionen mit euch.

Kailua-Kona ist eine kleine Stadt mit schönen Stränden, kristallklarem Wasser, ein paar Restaurants (seitlich meist offen, ein Dach reicht) und einem stündlich fahrenden Bus. Normale Menschen machen dort Strandferien in denen sie Schnorcheln und Cocktails trinken. Da ich 2.5 Wochen vor dem Wettkampf angereist war, erlebte ich zuerst ruhige Tage mit wenig anderen Athleten. Man hatte noch Zeit alle zu grüssen. Dies änderte sich natürlich schnell. Die Kleinstadt platzte aus allen Nähten und die Einwohner unterhielten sich darüber, dass sie Angst hatten mit den vielen Radfahrern noch Auto zu fahren. Bis auf wenige sind die Einheimischen sehr hilfsbereit gegenüber und beeindruckt von den Teilnehmenden der Ironman WM.

Klimatisch ist es ziemlich genau so, wie alle erzählen. Knapp unter 30°C und 60-80% Luftfeuchtigkeit. Auch deutlich nach Sonnenuntergang (ca. 18:15 Uhr) schwitzt man noch und morgens wird es ebenfalls schnell warm. Zudem windet es. Mal mehr, mal weniger. Immer relativ unvorhersehbar aus welcher Richtung. Auf All das hatte ich mich gut vorbereitet und nutzte die Zeit bis zum Wettkampf um vor Ort noch ein paar Schlüsseltrainings zu absolvieren. Ich freute mich sehr auf das Rennen und fühlte mich gut.

Es gelang mir beim Schwimmen eine passende Gruppe zu finden und dank der Strömung kam der erste Wendepunkt gefühlt schnell. Entsprechend anstrengender wurde dann der Rückweg. Gegen die Strömung schwimmt es sich nicht mehr so leicht und der zunehmende Wellengang machte es auch schwierig in der Gruppe kompakt zu bleiben. So schwammen wir dann öfter neben- statt hintereinander und das Pier näherte sich nur langsam. Ich ermüdete aber weniger als in anderen Rennen über diese Distanz und kam ohne grossen Energieverbrauch in die Wechselzone. Dort konnte ich dann eine ordentliche Anzahl meiner Konkurrentinnen überholen (von Rang 55 auf 47 gewechselt) und freute mich auf die Radstrecke. Ich setzte meine geplante Aufholjagd fort, spürte aber nach den ersten Kilometern, dass mir schlecht war. Hatte ich etwas falsches gegessen? Vertrage ich plötzlich mein erprobtes Sportgetränk nicht mehr? Keine Antwort machte Sinn und ich versuchte stark weiterzufahren. Die ersten 30km funktionierte das noch, doch dann musste ich reduzieren um meine Nahrung bei mir zu behalten. Wie erwartet nahm der Wind stetig zu, so dass die – eigentlich moderate – Steigung nach Hawi streng wurde. Beim Versuch nicht zu viel überholt zu werden musste ich mich dann kurz übergeben. Der Wendepunkt und mit ihm eine kurze Abfahrt mit Rückenwind waren für mich entsprechend ein Segen. Erwartungsgemäss langweilig im Gegenwind war die Strecke von Waikoloa bis zum Flughafen. Erneut konnte ich nicht meine ganze Nahrung bei mir behalten und entsprechend langsam war die Fahrt. Doch andere kämpften offenbar auch und ich konnte auf den letzten 20km noch ein paar Plätze gut machen (lag ca. auf Rang 30 in meiner AK). Beim Wechsel liess ich mir mehr Zeit als normal, da ich im Kopf etwas aufgegeben hatte. Ich hatte das Gefühl so weit hinten zu sein, dass es nur noch ums finishen und nicht um einen Rang ging (Ziel war Top10 in meiner AK). So lief ich dann in bescheidenem Tempo los und teilte meinen Supportern mit wie schlecht es mir ging. Nach ein paar Kilometern spürte ich dann aber, dass das Laufen gar nicht so übel war. Ich steigerte das Tempo und fühlte mich besser. Bis auf eine Steigung auf dem Alii Drive empfand ich die coupierte Strecke nicht als anstrengend und freute mich auf den Anstieg die legendäre Palani Road hoch. Nach der Information, dass ich auf den ersten 12km bereits 10 Ränge gut gemacht hatte stieg meine Motivation. Vielleicht ist da doch noch was zu holen. Ich konzentrierte mich darauf an jeder aid station viel Wasser über mich zu giessen, Eis einzupacken und genug zu trinken. Dazwischen nahm ich mir jeweils die vor mir liegende Athletin als Ziel und wartete bis ich sie einholen konnte – ohne dabei zu schnell zu werden. Das Energy Lab wartete ja noch auf mich. Gut kühlen, gut verpflegen und dann kontrolliert wieder hochlaufen gelangen mir gut. Ich war im flow. Zwischen der drittletzten und zweitletzten aid station war ich so durstig, dass ich anfing Eiswürfel zu essen. Viel zu heiss war mir nicht, aber Durst hatte ich wie ein Kamel. Als ich Jean-Claude kurz nach km39 sah, wusste ich, dass ich nochmals Gas geben musste. Wir hatten vereinbart, dass er dort (nur) stehen würde, falls es auf den letzten 2-3km noch etwas zu holen gäbe. Offenbar lag ich auf Position 13 und hatte 3 Athletinnen mit maximal 2 Minuten Vorsprung vor mir. Läge da sogar noch der 10. Rang drin?? Ich schlug das schnellste Tempo an, was über diese Distanz noch halten konnte. Zuerst noch den Queen K Highway hoch, dann die Palani Road runter (mein schnellster Kilometer in 4:13min), links auf den Kuakini Highway, die Hualalai Road runter und wieder rechts auf den Alii Drive wo bald der rote Teppich und der mystische Zielbogen zu sehen waren. «Pau kahana». Die Arbeit war getan. Mein Ziel «Top10 AK» hatte ich um 20 Sekunden verfehlt. Darüber bin ich enttäuscht. Damit, im Marathon noch 20 Ränge gut gemacht zu haben darf ich sicher zufrieden sein. Ich bin dankbar dafür, den lange gehegten Traum der Ironman WM auf Hawaii erlebt zu haben und dabei einiges für zukünftige Wettkämpfe gelernt zu haben.

Mahalo!

Road to Kona: noch 100 Tage

Der Ironman Hawaii hat uns schon öfter fasziniert. Wenn man noch selber dabei sein darf, ist es umso spezieller. Heute sind es noch 100 Tage bis zu meinem Wettkampf. Nach Leistungstests auf dem Rad und Laufband letzte Woche und einer erfolgreichen Mitteldistanz in Walchsee steht der nächste Trainingsblock an. Die Intervalle sind noch kurz und intensiv, werden dann aber bald länger und wettkampfspezifischer. Es steht eine Woche Lauftrainingslager in St. Moritz und eine Woche Radrennen in den Dolomiten an. Dazwischen noch der 70.3 in Vichy und danach ein Endspurt der langen Trainings im September. Ich freue mich auf einen trainingsreichen Sommer und einen spannenden Wettkampf am 6. Oktober!

Road to Kona: Sieg am Ironman Mallorca

Wieso startest du schon auf der Langdistanz? Diese Frage habe ich öfter mal im Zusammenhang mit dem Ironman Mallorca am 7. Mai gehört. Nun, da ich sehr gerne trainiere und mich auch gern fordere wollte ich nicht das Risiko eingehen durch eine 12-monatige Trainingsphase im Oktober verletzt oder im Übertraining zu sein. Ein Ironman im Mai schien mir darum perfekt um den Trainingsfortschritt der Wintermonate zu messen und eine Erholungsphase sicher zu stellen.

Mein Schwerpunkt lag darauf im Schwimmen und beim Radfahren meine Leistungsfähigkeit zu steigern, da ich in diesen Disziplinen deutlich mehr Zeit auf die Profis verliere, als beim Laufen. Schlüsselelemente waren dabei sicher eine Radwoche in Frankreich im Oktober 2o21, während welcher ich im Schnitt fünf Stunden pro Tag mit unzähligen Höhenmetern fuhr. Über Weihnachten und Neujahr ging es dann für zwei Wochen nach Fuerteventura. Die ersten sechs Tage konnte ich erneut viel Radfahren. Diesmal mit deutlich weniger Höhenmetern als in Frankreich, dafür mit viel mehr Wind. Es folgten acht Tage mit 13 Schwimmeinheiten, was im Schnitt rund 5km bedeutete. Das neu erlangte Wassergefühl hat mir definitiv dabei geholfen länger schnell zu schwimmen und weniger Energie dafür zu verbrauchen. Im Februar ging es dann für eine Woche mit zwei Profis nach Mallorca ins Trainingslager. Den Grossteil der Zeit verbrachten wir im Sattel, wo ich konstant gefordert war dran zu bleiben. Ich konnte danach auch zu Hause umfangreich weitertrainieren und fühlte mich im März schon gut vorbereitet. Ein kleiner Dämpfer war die Halbmarathon SM in Oberriet. Mein Körper war während der Wettkampfwoche nicht ganz auf der Höhe und auch am Lauf selbst fehlte mir einfach meine normale Energie. Diese kehrte glücklicherweise schnell wieder zurück und ich konnte im April die letzten langen Radausfahrten, Koppelläufe und long runs absolvieren.

Das Resultat am Ironman Mallorca war nochmals die schnellste Zeit aller Amateurfrauen. Es widerspiegelt zudem genau mein Wintertraining. Im Schwimmen konnte ich mich von 1:42min/100m in Thun auf 1:38min/100m in Mallorca verbessern, was auf 3.8km zweieinhalb Minuten ausmacht. Auf dem Rad konnte ich meine durchschnittliche Wattleistung verbessern und den Marathon lief ich ziemlich exakt gleich schnell (3:13:30 in Thun, 3:13:25 auf Mallorca).

Nun bin ich mitten in der Detailplanung meines Trainings bis zum 6. Oktober, welche ich bisher erst grob festgelegt hatte. Ich steige sanft wieder ins Training ein, werde dann Leistungstests auf dem Rad und beim Laufen absolvieren und zwei Wettkämpfe über die Mitteldistanz absolvieren. Den Rest verrate ich euch später…:-)

Firmenjubiläum Performance & Joy

Am 1. August ist es so weit und wir dürfen auf 9-Jahre Performance & Joy zurückblicken. Wir sind stolz, dass wir euch in dieser Zeit als Kunden begrüssen durften. Gerne möchten wir dies mit euch feiern. Zu diesem Zweck laden wir euch am Montag 1. August um 9 Uhr zu einem gemeinsamen Lauf oder einer gemeinsamen Radausfahrt ein. Anschliessend werden wir um circa 11 Uhr einen gemeinsamen Brunch geniessen. Natürlich ist es auch möglich nur am Brunch teilzunehmen und den Tag etwas gemütlicher anzugehen 🙂 Wir freuen uns, diesen Event mit euch teilen zu dürfen! Hier kannst du dich gleich anmelden.

Datum: Montag 1. August

Ort: Stationsstrasse 61, 8606 Nänikon

Programm:  

  • 9:00 – 10:30 Laufen (Dauer und Geschwindigkeit der Gruppen wird vor Ort bestimmt) oder Radfahren
  • 11:00 – 13:00 Brunch

Anmeldung: via Link

 

Trainingsplan

Programm Trainingsweekend Pfingsten

Wir freuen uns euch unser Trainingsprogramm des verlängerten Wochenende vom 4.-6. Juni präsentieren zu können. Es hat noch freie Plätze in diesem Pfingstlager, melde dich also gleich an:-)

Trainingsplan

Road to Kona

Nach der Quali für den Ironman Hawaii war ich überglücklich. Das grosse Ziel ist erreicht. Doch natürlich möchte ich in Hawaii nicht einfach dabei sein. Man könnte ja auch so nach Hawaii reisen –  ohne Ironman;-) Für mich wird die WM ein spannender Tag an dem ich mich mit den besten der Welt vergleichen darf. Inklusive Profis die nur 5min vor mir starten werden. Das Ziel wird sein, mein bestmögliches Resultat zu erzielen und somit bei den Amateuren vorne mitzumischen. Wie ich dieses Ziel verfolge, verrate ich euch jeweils hier im Blog…:-)

Training Day im SportOrt

Training des Monats: September

Wie immer im Herbst stehen noch einige Läufe an. Trotz Absagen vieler Grossveranstaltungen werden einige Mittel- und Langdistanztriathlons, Halb- und Marathons mit entsprechenden Schutzkonzepten durchgeführt. Ein guter Zeitpunkt für eine Schlüsseleinheit im Marathontempo. Diese soll zum einen das Tempogefühl schulen, zum anderen auch die Tempohärte für längere Läufe aufbauen:

3km locker einlaufen

3x (3km im angestrebten Marathontempo / 3km locker)

3km locker auslaufen

Geniess diese abwechslungsreichen 24km:-)

Wenn Träume wahr werden – Ironman Thun 2021

Im September 2019 begann mein Training für diesen Ironman. Ursprünglich für den Ironman Südafrika im März 2020. Dann wurde es November 2020. Dann verschob ich den Platz von Südafrika auf Thun im Juli 2021 und am 5. September wurde dieser Wettkampf dann endlich ausgetragen. Ich freute mich sehr darauf, war aber auch nervös. Zwei Jahre harte Arbeit sollten Früchte zeigen. Mein bescheidenes Ziel war es, meine Altersklasse zu gewinnen. Ich wusste, dass ich auch an einem schlechten Tag eine gute Zeit erzielen könnte. Doch für den Sieg musste es ein guter Tag werden. Als um 4:30 Uhr der Wecker klingelte, war ich sofort wach und bereit loszulegen. Nach den letzten Vorbereitungen reihte ich mich für den rolling start in der zweiten Box vorne ein und war zwei Minuten nach den ersten auch bereits im Wasser. Der See war glasklar, ich brauchte mich nicht oft zu orientieren, schwamm teilweise in einer Gruppe mit und merkte, dass ich zügig vorwärts kam. Die ersten 2km gingen vorbei wie im Flug und schon bogen wir wieder Richtung Hafen ab. Bis zum Ausstieg versuchte ich das Tempo noch etwas zu erhöhen, was mir laut meiner Uhr auch gelungen ist. Ein kurzer Blick darauf zeigte mir 51 Minuten an, das konnten nicht 3.8km gewesen sein. Ich sah aber bekannte Gesichter auf dem Weg zum Rad und war beruhigt, dass es wohl für alle nur 3km gewesen sind. Mit einem schnellen Wechsel schob ich mich bereits vom 6. auf den 5. Platz vor und fand schnell meinen Rhythmus auf dem Rad. Aufgrund der kalten Luft waren meine Beine anfangs noch etwas hart, doch nach den ersten Aufstiegen legte sich dieses Gefühl. Dann ein kurzer Schock: in einer engen Kurve schleifte mein Hinterrad etwas – zum Glück reagierte ich richtig und konnte einen Sturz vermeiden. Mit etwas Rückenwind ging es zügig nach Belp und der erste Aufstieg nach Riggisberg kam mir leicht vor. Ich hatte etwas Mühe genug zu trinken, zwang mich aber die geplante Menge Kohlenhydrate und Flüssigkeit aufzunehmen. Die erste Runde ging sehr schnell vorbei, da ich stets jemand zu überholen hatte und von Einzelnen überholt wurde. Auf der zweiten Runde wurde es dann recht einsam, der Wind nahm (wie bei jedem Ironman) zu und ich versuchte etwas mehr zu drücken, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Seit ca. km20 auf der Radstrecke lag ich auf Position 2, was ich aber nicht wusste und mich einfach auf mein Rennen konzentrierte. Mit 5h20min auf dem Rad hätte ich nie gerechnet und sprintete hochmotiviert durch die zweite Wechselzone. Da ich aber dringend meine Blase leeren musste, legte ich beim ersten Toitoi auf der Laufstrecke einen kurzen Boxenstopp ein. Danach konnte es richtig losgehen. Auf den Marathon hatte ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut. Und es würde spannend werden! Ich hatte die Erstplatzierte auf der Laufstrecke gesehen, als ich Richtung Wechselzone fuhr. Ich vermutete somit, dass ich gute 10 Minuten Rückstand hatte. Im Gegensatz zum Radfahren, wo ich auch schon bessere Beine hatte, fühlten sich meine Laufbeine grandios an. Ich hielt mich etwas zurück und versuchte auch nicht an Daniela Ryf dran zu bleiben, die mit einer Runde Vorsprung nie allzu weit vor mir lief. Da viele Zuschauer dachten ich sei die zweitplatzierte Profifrau wurde ich von allen Seiten lauthals angefeuert. Ungefähr beim Halbmarathon rief mir eine Kollegin zu, ich hätte noch rund 5:30 Min. Rückstand. Das könnte also reichen. Ich konzentrierte mich dennoch auf mein Tempo, meine Verpflegung und meine Kühlmöglichkeiten. Auch als die Kilometer nach der 30er Marke etwas langsamer wurden liess ich mich nicht aus der Ruhe bringen und sagte mir, dass jeder Kilometer mehr für mich mehr Zeit zum aufholen bedeutete. Je näher ich an die Spitzenposition kam, umso mehr Leute riefen mir zu, dass es nur noch 1 Min., 20 Sek. usw. seien. Bei km34 überholte ich Mena dann, wir feuerten uns gegenseitig an und dann konzentrierte ich mich wieder auf meinen Lauf. Jetzt keine Fehler machen, es ist erst im Ziel fertig. So lief ich kontrolliert weiter und steigerte erst bei km37 mein Tempo wieder. Auf der Zielgeraden durfte ich meiner Freude dann freien Lauf lassen und jubelnd über die Ziellinie laufen. Mit 9:30h hatte ich meine Kategorie gewonnen und somit die Quali für die Ironman WM am 8. Oktober 2022 in Hawaii geschafft!

Zahlen:

3km Schwimmen in 51’20», 1:43min/100m

T1 in 2’39»

180km Radfahren mit 2000Hm in 5h20’55», 33.6km/h, 500g Kohlenhydrate (=94g/h), 2930mg Natrium, 3.5L Flüssigkeit (=0.65L/h)

T2 in 1’45»

42.2km Laufen in 3h13’31», 4:35min/km, 200g Kohlenhydrate (=62g/h), 975mg Natrium, ca. 2.4L Flüssigkeit (=0.74L/h)

Total: 9h30’08», 1. Platz overall Amateurfrauen, 6. Platz Frauen inkl. Pro